Exklusiver Messe-Rundgang auf der IAA 2018 Nutzfahrzeuge

Firmenmitglieder des CNG-Clubs besuchen dieselfreie Zone

Netzwerken und informieren stand im Mittelpunkt des Messerundgangs, den der CNG-Club e. V. für Firmen-Mitglieder am ersten Tag der IAA 2018 (Nutzfahrzeuge) organisiert hat. Führungskräfte von Tankstellenbetreibern und Biomethan-Produzenten nutzten das Angebot ebenso wie von Flottenkunden aus dem Mittelstand und Branchen-Dienstleistern.

CNG und Bio-CNG im Praxiseinsatz

Dass der CNG-Antrieb im Unternehmensalltag zunehmend ankommt, zeigten die Kunden-Fahrzeuge, die die Hersteller auf ihren Messeständen präsentieren. „Das Fahrzeug geht nach der Messe zu einem Kunden nach …“, gehörte zu einer der Standardantworten der Vertriebsmitarbeiter. Selbst für CNG-Experten wie Club-Schatzmeisterin Birgit Maria Wöber war es überraschend, wie unbemerkt die CNG-Mobilität bei Flottenbetreibern Einzug hält. Renault Trucks zum Beispiel hat bereits 750 mittelschwere „D Wide“ ausgeliefert – ein Lkw, von dem man kaum etwas liest.

Während überwiegend die deutschen Hersteller weiter massiv auf den Diesel-Antrieb setzen und als Feigenblatt E-Fahrzeuge und Studien mit Brennstoffzelle/Wasserstoffantrieb ins Scheinwerfer-Licht rollen, geht Iveco einen offensiven Weg in die Mobilität der Zukunft und hat den gesamten Messestand zur dieselfreien Zone erklärt. In diesem Video stellt ihn Pierre Lahutte, CEO von Iveco vor:

Von den rund zwei Dutzend Fahrzeugen hat nur eine Handvoll einen Elektromotor an Bord – Iveco zeigt dagegen eine große Anwendungspalette vom klassischen 3,5-t-Transporter Daily bis zum Kühllaster oder Betonmischer mit CNG- oder LNG-Tanks. Und wie die Teilnehmer des CNG-Club-Rundgangs schnell feststellen konnten, stehen auch die Verkäufer hinter der nachhaltigen Antriebsart. Ebenso wie bei Renault sind die Fahrzeuge bestellbar und kurzfristig lieferbar.

Einen anderen Eindruck bekamen die Mitglieder des CNG-Clubs bei den deutschen Herstellern. Bei Mercedes musste die Weltpremiere MB Actros NGT regelrecht gesucht werden und beim ausgestellten MB Econic für den städtischen Lieferverkehr halfen Club-Mitglieder dem Standpersonal im Kundengespräch mit Argumenten und Wissen aus. Auch VW-Nutzfahrzeuge zeigte sich von den Herausforderungen in der Praxis der Flottenkunden unbeeindruckt und präsentierte großflächig Diesel-Fahrzeuge sowie einige Show-Cars mit Elektroantrieb. Der VW Caddy TGI ist und bleibt auf absehbare Zeit der einzige Vertreter mit CNG-Motor bei VWN.

Besser sah es bei Konzern-Schwester Scania aus. Am Pressetag hatte Vorstands-Chef Joachim Drees bereits zu verkündet „CNG – the perfect solution for here and now“ und so standen ein mittelschwerer LKW mit CNG-Antrieb sowie als Weltpremiere ein Reisebus mit LNG-Tanks auf dem Stand. Auch bei MAN gab es mit dem Citiy-Bus „Lion’s City 18 G“ eine Weltpremiere. Unübersehbar waren die CNG-Fahrzeuge auch bei Fiat – drei Modelle warteten dort auf Käufer.

Vernetzung unter Mitgliedern

„Wir bieten gerade unseren Firmen-Mitgliedern mit dem CNG-Club auch eine Plattform zur Vernetzung und um gemeinsam Projekte zu überlegen und umzusetzen“, stellte Präsident Miklós Graf Dezasse schon bei seiner Begrüßung am Morgen fest. Und der Messerundgang bot hierzu vielfältige Möglichkeiten. Welches Know-how den Mitgliedern im Club zur Verfügung steht, zeigte auch der improvisierte Vortrag von Noordtec-Chef Marcus Reher, der den Teilnehmern des Rundgangs auf dem Volvo-Stand anhand eines ausgestellten Tanks die Grundzüge der LNG-Technik erklärte.

Fazit: Deutschland hinkt in Europa hinterher.

„Diese IAA hat für uns gezeigt, dass bei den Nutzfahrzeugen die meisten Hersteller CNG und LNG als einen schon heute verfügbaren und praxistauglichen nachhaltigen Antrieb in den Fokus nehmen. Die Messe zeigte aber auch, dass der Markt besonders vom europäischen Ausland getrieben wird und Deutschland hier ein großes Aufholpotenzial hat – während Unternehmer in Paris oder Madrid ganz selbstverständlich CNG-Lkw einsetzen um Fahrverbote auszuhebeln, spuken bei deutschen Politikern, ÖPNV-Anbietern und Flottenkunden Ankündigungen für Akku-Brummis ab 2021 im Kopf herum und verhindern Entscheidungen, die heute schon Entlastungen bei der Luftverschmutzung bringen“, stellt Club-Präsident Dezasse als Fazit des Messerundgangs fest.

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