CNG-Club sorgt für frischen Wind

Bilanz nach dem ersten Jahr: Es gibt noch viel zu tun.

München, 21. Februar 2018 | Seit einem Jahr ist der CNG-Club in der Öffentlichkeit aktiv – als Treiber, als Mahner, als Moderator. Auf erste Erfolge wie die Positionierung des Begriffs „CNG“ oder die Verhinderung von Tankstellenschließungen kann der gemeinnützige Verein zurückblicken. Doch viel Zeit zu feiern bleibt nicht, denn die Aufgaben für die weiteren Jahre sind groß.

Vor einem Jahr ging der neu gegründete CNG-Club an die Öffentlichkeit. „Es fehlte in Deutschland eine NGO und ein Verband, die sich für die nachhaltige und alltagstaugliche CNG-Mobilität stark macht“, blickt Schatzmeisterin Birgit Maria Wöber zurück. Als Interessenvertretung für alle, die sauber und regenerativ mit einem bewährten und dennoch zukunftsweisenden Antriebskonzept unterwegs sein wollen, habe der CNG-Club als Gesprächspartner bereits im ersten Jahr wichtige Impulse gesetzt. „Dass der Volkswagen-Konzern im Frühjahr 2017 eine große CNG-Kampagne gestartet hat statt von Erdgas-Autos zu sprechen, sehen wir als einen Erfolg unserer Arbeit“, stellt der Präsident des CNG-Clubs Miklos Graf Dezasse fest. Auch bei vielen Stadtwerken setze sich mittlerweile die Erkenntnis durch, dass nur über die Positionierung „CNG“ der umweltschonende Kraftstoff Methan erfolgreich am Markt platziert werden kann. Zugleich hätte der CNG-Club auch einigen örtlichen Bürgerinitiativen den nötigen Rückenwind gegeben, um erfolgreich Tankstellenschließungen zu verhindern.

„Wir wussten, dass es ein langer Kampf wird“, sagt Dezasse. „2017 wurde der nachhaltige Antrieb wieder wach geküsst, der Dornröschenschlaf ist vorbei. Anders als im Märchen wird jedoch nicht alles von Zauberhand gut, sondern wir stehen vor der herausfordernden Aufgabe bei Politik, Verwaltung, Autohandel und Verbrauchern für ein Umdenken zu sorgen.“ Hierbei würde der CNG-Club stets die Zusammenarbeit und das Gespräch mit Partnern suchen. Denn nur wenn sich alle Initiativen und Akteure gemeinsam für die CNG-Mobilität einsetzen würden, bekäme der Kraftstoff CNG den Stellenwert, der ihm auf Grund der sauberen Verbrennung und seinem Nachhaltigkeitspotenzial schon längst zusteht.

Start auf verbrannter Erde

Als der CNG-Club e.V. am 21. Februar 2017 im Rahmen einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit ging, hatten viele die CNG-Mobilität schon abgeschrieben. „Die zögerliche Haltung der Bundesregierung bei der Verlängerung der Steuervergünstigung, der unreflektierte Elektro-Hype sowie die unrealistische All-Electric-Strategie einiger politiknaher Lobby-Institute, der Umgang mit technischen Versäumnissen durch die Hersteller sowie das Unglück von Duderstadt hatten regelrecht verbrannte Erde hinterlassen“, fasst Wöber zusammen. Im Rahmen der juristischen Aufarbeitung wurde zwar festgestellt, dass den Fahrzeug-Hersteller keine Schuld trifft – die Bilder in den Medien waren jedoch für die CNG-Mobilität eine schwere Hypothek. Doch mittlerweile sieht die CNG-Expertin erste Sprossen durchbrechen: „Die Verbraucher sind eigentlich schon auf dem Weg zur CNG-Mobilität – die vielen positiven Berichte und die Umweltprämie in den Medien im letzten Jahr lassen die Verkaufs- und Zulassungszahlen in Deutschland hochschnellen.“ Doch hier sei noch viel mehr möglich. „Derzeit stolpert der Kunde doch eher durch Zufall darüber und muss sich sein CNG-Fahrzeug dann bei vielen Verkäufern auch noch erkämpfen“, berichtet sie aus der Praxis. Wichtig sei, dass die CNG-Fahrzeuge offensiv angeboten würden und die Werbung die Vorteile auch herausstellt.

Bei Stadtwerken zeige sich mittlerweile wieder Interesse, durch ein aktives Kraftstoff-Marketing, den CNG-Absatz an den Tankstellen zu erhöhen und so für schwarze Zahlen in dem Geschäftsfeld zu sorgen. „Leider bremst die Politik noch und auch Branchenverbände müssen aktiver werden – sonst könnte von den Stadtwerken ein Ruck durchs Land gehen“, ist sie sich sicher. Wer es mit dem zu Recht häufig genannten Schlagwort „technologieoffen“ ernst meint, müsse sich automatisch für CNG-Mobilität einsetzen. Für Wachstum mahnt sie aber auch eine bessere Marktpflege durch die Autohändler an. „Während der Volkswagen-Konzern mit vielen neuen, attraktiven Modellen den Boden bereitet hätte, hielten sich die Verkäufer beim Ausbringen der Saat noch zurück.“ Die Hersteller, ihre Vertriebsorganisationen und die Händler zu einem gemeinsamen Handeln zu bewegen, ist daher eine der wichtigen Aufgaben für das zweite Jahr.

Außerdem werde der CNG-Club durch eine verstärkte Kommunikation gegenüber der Kommunalpolitik und Verbänden versuchen, die Stadtwerke in eine aktivere Rolle zu bekommen. „Wir stehen den Stadtwerken als Partner mit Unterstützung bei Marketing und Vertrieb bei“, betont Dezasse. Die Gespräche auf der Branchen-Leitmesse E-World 2018 haben gezeigt, dass der CNG-Club mit seinem „Stadtwerke-Partner-Mitmach-Angebot“ auf dem richtigen Weg sei.