Was ist SNG?

Was ist SNG? sng_marke

SNG steht für Synthetic Natural Gas. Es bezeichnet durch das Power-to-Gas-Verfahren synthetisch hergestelltes Methan, dass die gleichen positiven Umwelteigenschaften aufweist wie Biomethan.

 

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Mögliche 80 % CO2-Reduktion
  • Direkte Einspeisefähigkeit ins Gasnetz
  • Sofortige Nutzbarkeit
  • Klimaneutrales Fahren im "grünen Verbrenner"
  • Ergänzende Alternative zu fossilem Kraftstoff Erdgas/CNG
  • Macht Strom durch Umwandlung speicherbar
  • Einsetzbar zur Stromnetzstabilisierung (P-t-G)
  • Brücke zwischen Energieträgern
  • Essentiell für die Energiewende
  • Zukunftstechnologie „Made in Germany“

Schlüsseltechnik für klimaneutrale Kraftstoffe

Die Power-to-Gas-Technologie ist eine Variante aus dem Power-to-X-Spektrum, bei dem erzeugter Strom in einer andere mögliche Energieform (X) umgewandelt wird. Im Falle von Power-to-Gas zu synthetischem Wasserstoff oder Methan. Auch SNG kann je nach späterem Verwendungszweck zu den sogenannten "eFuels", also strombasierten Kraftstoffen, gezählt werden. Diese bezeichnen nicht den Ladestrom für Elektrofahrzeuge, sondern Kraftstoffe, die mit Hilfe von Strom hergestellt und z. B. in Verbrennungsmotoren eingesetzt werden. Ziel ist, die fossilen Quellen durch eine klimafreundliche Alternative zu ersetzen, um auch die CO2-Emissionen der Bestandsflotte konventioneller Fahrzeuge deutlich zu reduzieren und sie in eine klimaneutrale Zukunft zu transformieren.

Klimaneutrale Mobilität - für alle

Die zukunftsorientierte Energiewende-Technologie...

Der Herstellungsprozess von SNG erfolgt in Power-to-Gas-Anlagen in zwei Stufen: Zuerst spalten Elektrolyseure mit Strom aus Windkraft oder Photovoltaik Wasser (H2O) in die Bestandteile Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O) auf. Der Wasserstoff lässt sich direkt verwenden oder wird anschließend zur Ausgangsbasis für Folgeprodukte wie SNG oder flüssige eFuels.
Bei SNG erfolgt in einem zweiten Prozessschritt die "Methanisierung" des Wasserstoffs durch Zuführung von Kohlenstoffdioxid (CO2) – zum Beispiel aus benachbarten Biogasanlagen. Es entsteht als Endprodukt synthetisches Methan (CH4), chemisch identisch mit fossilem Erdgas und regenerativem Biomethan.

Es gibt allerdings nicht nur den chemisch-katalytischen Weg der Elektrolyse, sondern auch Anlagen mit mikrobiologischen Verfahren, bei denen mit Hilfe von Mikroorganismen Wasserstoff und CO2 in (Bio)Methan verwandelt wird. Diese Anlagen arbeiten sogar energieeffizienter, wenngleich mit etwas geringerer Methanproduktion. HTW-Professor Dr. Matthias Brunner erklärt zum sogenannten BEST-Verfahren: "Unser erneuerbares Erdgas ersetzt fossiles Erdgas eins zu eins."

Mit Power-to-Gas zur Energiewende
Verschiedene Methoden, gleiches Ziel: erneuerbares Methan

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...gestartet von Audi in Werlte.

Die Technologie in industriellem Maßstab wurde indes nicht von Energieunternehmen eingeleitet, sondern 2013 von Fahrzeughersteller Audi, der damit das Thema Mobilität erstmals ganzheitlich anging. Im niedersächsischen Werlte werden seitdem in der Power-to-Gas-Großanlage Wasserstoff und SNG hergestellt, von Audi e-gas genannt, um die wachsende Flotte der g-tron Modelle anzutreiben. Zwischenzeitlich wurde der grüne Kraftstoff entsprechend einer festgelegten Verbrauchs- und Kilometerleistung ins Gasnetz eingespeist und diese Fahrzeuge so nahezu klimaneutral gestellt. Das benötigte CO2 stammt aus einer benachbarten Biogas-Anlage.
Gleichzeitig lässt sich die Anlage auch zur Stabilisierung des Stromnetzes nutzen und ist für den Regelenergiemarkt qualifiziert. Damit ist sie seit vielen Jahren ein wertvoller und effektiver Baustein für die Energiewende – auch im Verkehr. Mittlerweile wird die Anlage von der eigens gegründeten e-gas GmbH weiterbetrieben.

Audi egas

Mobilität weitergedacht: Audi als Pionier
Das Gasnetz als Stromspeicher

Mehrfachnutzen inklusive

Diese Schlüsseltechnologie für eine klimaneutrale Zukunft löst mehrere Probleme zugleich, die mit den erneuerbaren Energien Wind- und Wasserkraft sowie Solarstrom einhergehen. Deren je nach Wetterlage und Jahreszeit schwankende Erzeugung macht oftmals eine Abschaltung der Anlagen notwendig, um die Netzstabilität zu sichern. Der hohe Strombedarf von Power-to-Gas-Anlagen kann dagegen Lastspitzen ausgleichen und macht den Strom durch Umwandlung direkt nutz- und speicherbar, vor allem das Gasnetz und seine zusätzlichen Lagerstätten sind ein gigantischer Energiespeicher. "Leerkosten" durch die Abschaltung und Ausgleichszahlungen lassen sich so vermeiden. Gleichzeitig werden zukunftsorientierte klimaneutrale Energieträger erzeugt, die fossile Varianten ersetzen und so auch den Industriestandort Deutschland sichern.

Deutsche Gasnetz-Kapazität ca. 240 TWh

Durch Infrastruktur überall verfügbare Energie

Neu angetrieben: Windgas für CNG-Autos...

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