Probleme gibt es, wir alle wissen, mehr als genug. Umso besser, wenn man in einem funktionierenden Netzwerk ist, das dann individuell weiterhelfen kann. Der CNG-Club hat sich dies auf die Fahnen geschrieben und ist jederzeit bereit, seine Mitglieder zu unterstützen. Das in den letzten Jahren häufiger werdende Übel der Tankstellenschließungen ist ein probates Beispiel. Rund 100 CNG-Tankstellen konnten so schon gerettet, unter neuer Führung wiederbelebt oder jüngst sogar ganz neu errichtet werden. Zwar kann der Club bzw. das Netzwerk hier auch nicht alles stemmen, aber in einem speziellen Fall haben wir die passenden Partner zusammen- und dadurch eine gute Lösung für ein Firmenmitglied auf den Weg gebracht.

13 CNG-Autos – und plötzlich ist die Tankstelle weg!
Was war geschehen: Die Gebäudereinigungsfirma KTWO Gebäudeservice in Gardelegen (Altmark) verfügt mittlerweile über 13 CNG-Fahrzeuge im Fuhrpark, Inhaber und Geschäftsführer Alexander Knoche kann man getrost als echten CNG-Überzeugungstäter bezeichnen, der seinen Fuhrpark kontinuierlich auf CNG-Fahrzeuge umgestellt hatte. Doch dann machte die einzige in der Nähe befindliche CNG-Station, eine ehemalige CNG-Bustankstelle unwiderruflich dicht. Auch eine Weiterführung unter einem anderen Betreiber war nicht möglich, zumal die Stadtwerke Gardelegen und der Eigentümer des Grundstückes, die Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel mbH künftig in erster Linie auf die Wasserstoff- oder Elektrobusse setzen wollen. Eine fatale Situation für die KWTO Gebäudeservice, die sich als Firmenmitglied an den CNG-Club wandte.

Ein funktionierendes Netzwerk in Aktion
Die Situation vor Ort wurde analysiert, Kontakte aufgenommen, Anfragen gestartet, verschiedene Modelle überlegt. Letztlich kristallisierte sich ein Lösungsansatz heraus und wir brachten KTWO Gebäudeservice und das Club-Firmenmitglied, die Ohra Energie GmbH zusammen. Dieser Energieversorger, ebenfalls stark in Sachen CNG-Mobilität engagiert, bietet über ein Partnerunternehmen unter anderem einen speziellen Service für Firmen an: CNG-Kleinbetankungsanlagen, die direkt beim Kunden vor Ort aufgestellt und ggf. von diesen betrieben werden können. Nach eingehender Prüfung der örtlichen und technischen Gegebenheiten sowie diversen Wirtschaftlichkeitsberechnungen stand das positive Ergebnis fest: KTWO Gebäudeservice kann weiterhin auf umweltschonende CNG-Fahrzeuge setzen!

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Handshake mit den beteiligten Partnern: v. l. n. r. Volkmar Braune, Prokurist Ohra Energie GmbH, Birgit Maria Wöber, Vorstand CNG-Club e. V. und Alexander Knoche, KTWO Gebäudeservice.

 

Das partnerschaftliche Projekt sieht das Leasing/Kauf der Kleinbetankungsanlage vor, eingespeist wird nun tatsächlich regionales Biomethan, für das Herr Knoche extra einen Vertrag mit einem Lieferanten aus der Umgebung abschließen konnte. Gleichzeitig trägt das zur Wirtschaftlichkeit bei, weil so über die THG-Quotenregelung eine monetäre Rückvergütung an KTWO Gebäudeservice als "BioCNG-Inverkehrbringer" stattfindet. Der nötige Anlagendruck wird über vier Speichertanks bereitgestellt. Das sorgt für eine gewohnt schnelle Betankung, auch wenn die Kapazität nicht direkt für alle Fahrzeuge reicht. Zwischendurch werden die Speicher aus dem Netz wieder aufgefüllt bzw. nachverdichtet. Da aber nicht jedes CNG-Fahrzeug täglich betankt werden muss, passt das Modell gut zu den Anforderungen des Unternehmens. 

Fachsimplen unter echten Überzeugungs-CNGler gehört natürlich auch dazu.
Bei der Einweisung wurden Bedienung und Funktionalität der Tankanlage genau erklärt. Alexander Knoche zeigte sich begeistert und es wurde noch reichlich fachgesimpelt im Kreis der CNG-Überzeugten.

 

Fazit: Vorteil Mitgliedschaft
Der CNG-Club freut sich mit allen Beteiligten über das gute Ende und dass wir bei der Problemlösung zusammen mit unseren Netzwerkpartnern Hilfestellung geben konnten. Die Clubidee funktioniert und das konstruktive Miteinander macht Lösungen für Mitglieder möglich, die ohne solch positive Verbindungen praktisch undenkbar wären.

 

Zur Person:
Birgit Maria Wöber ist u.a. Gründungsmitglied des CNG-Clubs und setzt sich seit vielen Jahren aus Überzeugung für Umwelt, Klimaschutz und möglichst nachhaltige Mobilität ein. Den Wandel im CNG-Antrieb vom fossilen zum regenerativen Kraftstoff begleitet die Expertin aktiv und engagiert, wo immer sich die Gelegenheit bietet.